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Botschaft an die erste internationale Abrüstungskonferenz in Teheran Drucken
17-04-2010

 Die Botschaft Ayatollah Khameneis an die erste internationale Abrüstungskonferenz in Teheran, die am 17.4.2010 begann,  lautete wie folgt:

Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Hiermit möchte ich Sie, verehrte Gäste, die Sie sich hier umeinander versammelt haben, begrüßen! Es ist erfreulich, dass die Islamische Republik Iran heute Gastgeber der internationalen Abrüstungskonferenz ist, denn es besteht die Hoffnung, dass die vorhandene Gelegenheit  genutzt wird,  durch Gespräche und gegenseitige Beratung bleibende und wertvolle Ergebnisse  zu gewinnen und sie der Menschheit zu überreichen.

Atomwissen  und Atomwissenschaften gehören zu den größten menschlichen Errungenschaften und können und müssen dem Wohl der Völker auf der Welt und dem Fortschritt und der Entwicklung aller menschlichen Gesellschaften dienen.   Die weitgehende Anwendung der Atomwissenschaften erwidert einen großen Teil von Bedürfnissen im Bereich der Medizin,  Energie und  Industrie, welche jeder für sich besondere Bedeutung besitzen. Deshalb lässt sich sagen, dass die Nukleartechnologie einen herausragenden Platz im Wirtschaftsleben für sich bestimmt hat und ihre Bedeutung mit der Zeit und parallel zu den zunehmenden Bedürfnissen in Industrie, Medizin und Energie weiter wachsen wird und dementsprechend auch die Bemühungen zunehmen, an Atomenergie zu gelangen und sie zu nutzen.

Die Völker m Nahen Osten sehnen sich  wie alle die anderen Völker auf der Welt nach Frieden, Sicherheit und Fortschritt, und haben das Recht, durch Nutzung dieser Technologie  eine bessere Wirtschaftsposition und bessere Lage für ihre kommenden Generationen zu gewährleisten.   Vielleicht  ist man  mit der Vernebelung der Atmosphäre hinsichtlich des friedfertigen Nuklearprogramms der Islamischen Republik Iran  unter anderem auch bestrebt, zu verhindern, dass die Völker in der Region sich ernsthaft diesem  natürlichen und wertvollen Recht zuwenden.

Aber nun behauptet der bisher einzige Atomverbrecher auf der Erde, angeblich die Verbreitung von Atomwaffen bekämpfen zu wollen, obwohl er mit Sicherheit keinen ernsthaften Schritt auf diesem Wege unternommen hat und niemals einen solchen unternehmen wird. Wenn die Behauptung der USA,  die Verbreitung der Nuklearwaffen zu bekämpfen , ehrlich gemeint wäre, hätte sich dann das zionistische Regime überhaupt weigern können, die diesbezüglichen internationalen Bestimmungen insbesondere den NPT-Vertrag zu akzeptieren und hätte es die besetzten Gebiete Palästinas in ein Waffenarsenal zur Lagerung einer großen Anzahl von Atomwaffen umwandeln können?

Der Begriff „Atom“ erinnert an den Fortschritt des menschlichen Wissens, aber leider ebenso an die hässlichsten Ereignisse  in der Geschichte und den größten Genozid und Missbrauch von wissenschaftlichen Errungenschaften des Menschen.  Auch wenn eine Reihe von Ländern Atomwaffen produziert und gelagert haben, was an sich schon als Vorbereitung zu einem Verbrechen bewertet werden kann und den Weltfrieden ernsthaft bedroht, so hat doch nur ein einziger Staat ein Atomverbrechen begangen, und zwar die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, die auf die arme japanische Bevölkerung in Hiroshima und Nakazaki in einem ungleichen und Menschen verachtenden Krieg einen Atomangriff verübte.

Seitdem die US-Regierung  in Hiroshima und Nakazaki durch ihre Atombomben eine menschliche Katastrophe in einem Ausmaße wie nie zuvor in der Geschichte hervorgerufen hat und die Sicherheit der Menschheit in große Gefahr geriet, war sich die Weltbevölkerung mit entschiedener Mehrheit über die Notwendigkeit einer vollständigen Vernichtung dieser Waffen einig.  Der Einsatz von Atomwaffen hatte nicht nur zu den Massakern und weitgehender Verheerung geführt, sondern  er machte keinerlei Unterschied  zwischen Militär- und Zivilpersonen, jung und alt, Mann und Frau,  und seine unmenschlichen Auswirkungen gingen über die politischen und geographischen Grenzen hinaus. Die Atombomben   fügten sogar den nachfolgenden Generationen   Schäden zu, die nicht wieder rückgängig zu machen sind. Deshalb gilt  jeglicher Einsatz und sogar schon ein angedrohter Einsatz dieser Waffe als  ernsthafter und klarer Bruch mit den Regeln der Menschenliebe und eindeutiges  Beispiel für ein Kriegsverbrechen.

Militärisch und hinsichtlich der Sicherheit besteht, nachdem einige Mächte sich diese menschenfeindliche Waffe zugelegt haben, kein Zweifel mehr daran, dass im Atomkrieg keiner siegen kann und die Beteiligung an einem solchen Krieg gegen die Vernunft verstößt und sich gegen die Menschen richtet.  Aber trotz dieser selbstverständlichen Tatsachen in Bezug auf Moral, Vernunft und Menschlichkeit und selbst in Bezug auf Militärfragen wurde die dringende und wiederholte Forderung der Weltgemeinschaft, solche Waffen zu vernichten, durch eine Gruppe von Staaten, die sich an einer Hand abzählen lassen und deren imaginäre Sicherheit  auf der Gefährdung aller basiert, außer Acht gelassen.

Der Albtraum von einem  Weltatomkrieg  hält deshalb an, weil diese Staaten beharrlich an der Lagerung und Vermehrung sowie Stärkung der  Zerstörungsmacht dieser Waffen festhalten,  die keine andere Funktion hatten und haben als Erzeugung von Schrecken, Kollektivterror und Aufstellung einer scheinbaren Sicherheit durch Verhinderung  der garantierten Vernichtung aller.  

Es sind unzählbare wirtschaftliche und menschliche Ressourcen für den unvernünftigen Wettbewerb eingesetzt worden, damit jede Großmacht zu der imaginären Macht gelangt, mehr als Tausende Male ihren Rivalen und die anderen Bewohner der Erdkugel darunter sich selber zu vernichten. Nicht ohne Grund wurde diese Strategie der Abschreckung, die auf garantierter gegenseitiger Vernichtung beruht,  mit „Wahnsinn“ bezeichnet.

Einige Atommächte sind in den letzten Jahren  sogar noch über ihre Abschreckungstheorien gegenüber anderen Atommächten, basierend auf garantierter gegenseitiger Vernichtung, hinaus gegangen und zwar so weit, dass sie sich ausdrücklich in ihrer Nuklearstrategie  die atomare Alternative  gegenüber konventionellen Drohungen seitens derjenigen, die das Abkommen über die Nichtverbreitung  missachten, vorbehalten. Jedoch   diejenigen, die am meisten gegen das Abkommen der Nicht-Verbreitung verstoßen, sind genau die Mächte, die nicht nur ihre Verpflichtung im Artikel 6 des Abkommens hinsichtlich der atomaren Abrüstung missachten, sondern anscheinend sogar einander  bei der horizontalen und vertikalen Verbreitung dieser Waffen  zu überrunden versuchen und zum Beispiel, indem sie dem zionistischen Regime bei der Aufrüstung mit nuklearen Waffen helfen und die Politik dieses Regime unterstützen, eine unmittelbare Rolle zur reellen Verbreitung dieser Waffen übernehmen. Sie verstoßen gegen ihre Pflichten laut Artikel 1 des Abkommens  und setzen die Nahostregion und die Welt einer ernsthaften Gefahr aus. An der Spitze dieser Staaten steht das befehlshaberische und aggressorische Regime der Vereinigten Staaten von Amerika.

Es ist angebracht, dass die internationale Abrüstungskonferenz die Gefahren, die von der Produktion und Einlagerung von Nuklearwaffen für die Welt ausgehen, untersucht und realistische Lösungswege zur Begegnung mit dieser Bedrohung der Menschheit vorlegt, damit ein ernsthafter Schritt auf dem Weg der Wahrung von Frieden und Stabilität erfolgen kann.

Meiner Meinung nach stellen zusätzlich zu den Nuklearwaffen auch andere Massenvernichtungswaffen, wie chemische und biologische Waffen eine ernsthafte Gefahr für die Menschheit dar. Die iranische Nation, welche selber Opfer des Einsatzes chemischer Waffen wurde, spürt mehr als andere Völker die Gefahr, die von der Herstellung und Lagerung dieser Art von Waffen ausgeht und ist bereit, alle ihre Möglichkeiten auf dem Weg zu ihrer Bekämpfung einzusetzen.

Wir bezeichnen den Einsatz solcher Waffen als religionsrechtlich verboten, und sehen in dem Schutz der Menschenkinder vor diesem großen Unheil die Aufgabe aller.

Sejjed Ali Khamenei

27.1.1389 (16.4.2010)

 
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