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Imam Khomeini Drucken
10-02-2008

Imam Khomeini, von Geburt bis zum Hinscheiden

Am 2. Djumada I-Akhir 1320 im Mondkalender gleich dem 30. Shahrivar 1281 im Sonnenkalender und dem 22.09.1902 erblickte Ruhollah Al-Musawi Al-Khomeini in der Provinzstadt Khomein in der Provinz Markazi das Licht der Welt. Seine Familie stammte aus dem Stammbaum der reinen Zahra -Friede sei mit ihr-, sie war gebildet und im Dienste des heiligen Kampfes (Djihad) und bereit für die Auswanderung im Namen Gottes (Hidjra). Er selbst war Erbe erhabener Eigenschaften seiner Vorfahren, die von Generation zu Generation im Dienste des Volkes und zur Aneignung göttlicher Kenntnis und Lehren strebte. Der geehrte Vater vom Imam Khomeini war Ayatollah Seyyed Mustafa Musawi, ein Zeitgefährte von Groß-Ayatollah Mirza Schirazi - Gott möge sie segnen. Nachdem dieser einige Jahre in der Stadt Nadjaf islamische Lehren und Wissenschaften studierte, erreichte er den Grad des Rechtsgelehrten (Ijtihad). Er kehrte in den Iran zurück. In seiner Heimatstadt Khomein war er Rechtsgelehrter und Ansprechperson der Menschen in ihren religiösen Fragen. Sein Sohn war nur 5 Monate alt, als die Großgrundbesitzer, die von den Handlangern der Regierung unterstützt wurden, seinen Ruf nach Recht und seinen Aufstand gegen ihre Gewaltherrschaft mit Kugeln beantworteten. Er fand auf der Straße von Khomein nach Arak den Märtyrertod. Seine Angehörigen begaben sich zum Regierungssitz in Teheran, um Gottes Gebot, die Vergeltungsstrafe, zu fordern. Sie bestanden darauf, dass der Mörder zu Tode verurteilt wird, bis schließlich dies geschah. So wurde Imam Khomeini schon im Kindesalter mit den Leiden eines Waisenkindes und mit dem Begriff Märtyrertod bekannt. Seine Kindheit und Jugend stand unter Aufsicht seiner gläubigen Mutter (Hadjar), die selbst einer von Wissenschaft und Gottesfurcht gesegneten Familie entstammte. Sie war eine Enkelin von Ayatollah Khanssari (Verfasser von Zobda Al-Tassanif). Er wurde darüber hinaus auch von seiner geliebten Tante (Sahebe Khanum), einer tapferen und rechtschaffenen Frau, betreut, doch mit 15 verlor er diese zwei geliebten Personen.


Auswanderung nach Qom, Ausbildung in ergänzenden Fächern und Unterricht islamischer Wissenschaften


Kurz nach der Auswanderung von Groß-Ayatollah Hadj Scheich Abdolkarim Hajeri Yazdi -Gott möge ihn segnen (zum Neujahr 1300 des Sonnenkalenders, im Monat Radjab 1340 des Mondkalenders anno 1941) begab sich Imam Khomeini zu den theologischen Schulen von Qom. Seine Ausbildung und das Studium vollzog er sehr schnell unter Aufsicht der Dozenten; dazu gehört das Studium der Ergänzungen zum Werk „Motawal" (über Bedeutungs- und Ausdruckslehre) bei Agha Mirza Mohammad Ali Adib Teherani, Vollendung der Vorlesungen bei Ayatollah Seyyed Mohammad Taqi Khanssari und hauptsächlich bei Ayatollah Seyyed Ali Jassrebi und Rechts- und Grundsatzlehre beim Direktor der Schulen Groß-Ayatollah Hadj Abdolkarim Hajeri Yazdi -Gott sei ihm gnädig. Nach dem Dahinscheiden von Groß-Ayatollah Hajeri Yazdi setzte sich Imam Khomeini und einige andere Rechtsbefugten an den theologischen Schulen in Qom dafür ein, damit Groß-Ayatollah ------------- -Gott möge ihn segnen- zum Direktor der Schulen ernannt wird, was ihnen auch gelang. Zu dieser Zeit war Imam Khomeini ein angesehener Dozent und Rechtsgelehrter in den Fächern Philosophie, Mystik, Ethik, Rechts- und Grundsatzlehre. In seinen langen Unterrichtsjahren unterrichtete er in Qom in zahlreichen Semestern an der Feyzijeh, an der Mohammadije Moschee, an der Schule Hadj Molla Sadegh, an der Salmasi Moschee usw. Rechts- und Grundsatzlehre, Mystik und islamische Ethik. An den theologischen Schulen der Stadt Nadjaf unterrichtete Imam Khomeini 14 Jahre lang auf höchstem Niveau an der Scheich A´zam Ansari Moschee Studien über die Prophetenfamilie (Ahl-e Beyt) und Rechtslehre. In Nadjaf dozierte er zum ersten Mal über die theoretischen Grundsätze der islamischen Regierung, die in den Vorlesungen über Welajat-e Faqih (Herrschaft des Rechtsbefugten) vorgetragen wurden.


Imam Khomeini -Gott möge ihn segnen- Kampf und Aufstand


Der Kampfgeist für Gott hatte seine Wurzeln in der Überzeugung, in der Erziehung und im familiären Umfeld sowie der politischen und sozialen Lage der Zeit von Imam Khomeini. Sein Kampf, beginnend in den Jugendjahren, war der Anfang eines Prozesses, der sich mit der Reife und der Entwicklung seiner geistigen und wissenschaftlichen Persönlichkeit und mit den politischen und sozialen Entwicklungen im Iran und in andern islamischen Gesellschaften vollzog. 1961-62 gaben ihm die Ereignisse um die Landes- und Bezirksverbände die Möglichkeit, den Aufstand mit den Geistlichen an der Spitze zu führen. Damit begann der flächendeckende Aufstand des Volkes und der Geistlichen vom 05.06.1963; zwei Merkmale waren dabei herausragend: Zunächst, dass dieser Aufstand unter einheitlicher Führung von Imam Khomeini voranging und zweitens, dass die Motive, die Parolen und die Ziele des Aufstandes islamisch waren und ein neues Kapitel in den Kämpfen des iranischen Volkes öffnete, das man später die Islamische Revolution nannte und weltbekannt wurde. Imam Khomeini erinnert sich als 12-Jähriger an den ersten Weltkrieg: „Ich erinnere mich noch an beide Weltkriege... Ich war noch ein kleines Kind, ging aber schon zur Schule. Ich sah da, in unserer Stadt Khomein, die sowjetischen Soldaten. Im ersten Krieg wurden wir angegriffen." Woanders erinnert sich Imam Khomeini an die Namen einiger der Grundbesitzer und despotischen Heerscher, die im Schutze der Zentralregierung ihr Unwesen trieben und die Menschen ausbeuteten: „Seit meiner Kindheit habe ich Krieg gesehen... wir wurden von Leuten wie die Zalaghis und die Rajabalis immer wieder angegriffen. Wir hatten selbst Gewehre und trotz meiner Jugend, vielleicht waren es gerade die ersten Pubertätsjahre, hatten wir Barrikaden errichtet, um uns vor den Angriffen zu schützen. Wir machten unsere Rundgänge in diesen Barrikaden." Der Putsch von Reza-Khan am 22.02.1921 war von den Engländern organisiert und unterstützt worden. Das belegen unwiderlegbare Dokumente und Beweise. Damit endete zwar die Herrschaft der Qadscharen und das feudalistische System der Großgrundbesitzer und der Despoten in gewissem Maße, brachte aber eine solche Diktatur an die Macht, die mit ihrem tausendarmigen Familien-Clan das unterdrückte Volk im Iran in die Mangel nahm und alleine die Aufgabe der alten Despoten und Großgrundbesitzer übernahm. Die Geistlichkeit war zu jener Zeit und nach den Entwicklungen, die auf die konstitutionelle Bewegung folgten, von der Regierung und von den Handlangern Englands und von den Feindseligkeiten der Möchtegern- Intellektuellen, die dem Westen hörig waren, stark in die Enge getrieben. Um aber den Islam zu verteidigen und ihre Existenz zu schützen, taten sie sich zusammen. Groß-Ayatollah Hadj Scheich Abdolkarim Hajeri reiste auf Einladung der Gelehrten aus der Stadt Arak nach Qom. Kurz danach folgte ihm Imam Khomeini, der mit seiner außerordentlichen Begabung die Einführungsseminare und Semiare an den theologischen Schulen in Khomein und Arak beendet hatte, nach Qom und nahm damit aktiv an der Festigung der Stellung der neu gegründeten Schulen in Qom teil. Nach nicht allzu langer Zeit zählte man ihn zu den hervorragenden Gelehrten in Mystik, Philosophie und Rechtslehre. Nach dem Dahinscheiden von Groß-Ayatollah Hajeri 01.02.1937 drohte den theologischen Schulen in Qom die Schließung. Verantwortungsbewusste Gelehrte suchten nach einem Ausweg. Acht Jahre wurden die Schulen von den Groß-Ayatollahs Seyyed Mohammad Hodjat, Seyyed Sadr Al-Din Sadr und Seyyed Mohammad Taqi Khanssari -Gott möge sie segnen- verwaltet. In der Zwischenzeit und besonders nach dem Sturz von Reza-Khan wurden die Bedingungen zur Etablierung der Führerschaft der Gelehrten geschaffen. Groß-Ayatollah Boroudjerdi war eine hervorragende wissenschaftliche Persönlichkeit, die einen würdigen Nachfolger für den verstorbenen Groß-Ayatollah Hajeri abgab und die Würde der theologischen Schulen bewahren konnte. Die Schüler von Groß-Ayatollah Hajeri, u. a. Imam Khomeini, nahmen diese Gelegenheit wahr. Der Imam setzte sich persönlich dafür ein, dass Groß-Ayatollah Boroudjerdi nach Qom eingeladen wurde und dass er diese große Verantwortung übernahm. Imam Khomeini beobachtete sehr genau die politische Situation in der Gesellschaft und die Lage der theologischen Schulen. Seine Informationen und Kenntnisse erweiterte er mit dem permanenten Studium von Geschichtsbüchern, Zeitungen und Zeitschriften sowie seinen Reisen nach Teheran und Besuchen bei großen Persönlichkeiten wie Ayatollah Modaras. Er hatte erkannt, dass die einzige Hoffnung auf Rettung nach der demütigenden Niederlage der konstitutionellen Revolution und besonders nach der Situation, die mit der Machtergreifung von Reza-Khan entstanden war, in der Erwachung der theologischen Schulen und Garantierung ihrer Existenz sowie in einer geistigen Beziehung zwischen dem Volk und der Geistlichkeit lag. Im Rahmen seiner erhabenen Ziele schlug Imam Khomeini 1949 in Zusammenarbeit mit Ayatollah Morteza Hajeri einen Plan zur Reform der theologischen Schulen vor. Dieser Vorschlag wurde Groß-Ayatollah Boroudjerdi unterbreitet und von den Schülern des Imam und den intellektuellen Theologiestudenten begrüßt und unterstützt. Das Regime hatte sich aber verrechnet. Das Kabinett von Amir Assadollah A´lam beschloss am 08.10.1962 einen Entwurf zu Landes- und Provinzverbänden, der Bedingungen für Kandidaten und Gewählte als Voraussetzung strich, nämlich dass sie Muslim sein müssen, beim Koran schwören müssen und dass nur Männer zugelassen werden. Der Zugang der Frauen zu WAhl-en sollte als Deckmantel für andere geheime Ambitionen gelten. Die zwei ersten Bedingungen sollten es gesetzlich ermöglichen, dass Anhänger der Bahai-Sekte Einzug in staatliche Ebenen finden konnten. Wie zuvor erwähnt, hatten die USA für ihre Unterstützung vom Schah gefordert, dass dieser das zionistische Regime bei seinen Beziehungen zu Iran fördert. Der Einfluss der Anhänger der imperialistischen Bahai-Sekte in den iranischen Staatsapparat erfüllte diese Voraussetzung. Unmittelbar nachdem die Ratifizierung dieser Vorlage bekannt wurde, organisierten Imam Khomeini und die großen Gelehrten in Qom und Teheran umfassende Proteste. Imam Khomeini spielte bei der Aufklärung der wahren Ziele des Schah-Regimes und bei der Betonung der empfindlichen Verantwortung der Gelehrten und der theologischen Schulen eine sehr wirkungsvolle und positive Rolle. Die Proteste der Gelehrten in Form von offenen Briefen und Telegrammen an den Schah und Assadollah A´lam brachte beim Volk eine Lawine der Unterstützung ins Rollen. Der Ton der Briefe und der Telegramme von Imam Khomeini an den Schah und seinen Ministerpräsidenten war scharf und warnend. In einem dieser Telegramme hieß es: „Ich rate Ihnen inständig, sich den Geboten Gottes und der Verfassung zu beugen und euch vor den schlimmen Folgen zu fürchten, die eine Abwendung vom Koran, von den Geboten der Gelehrten und Führern der Muslime sowie von der Abkehr von der Verfassung mit sich bringen. Sie dürfen nicht willkürlich und grundlos das Land in Gefahr versetzen, denn andernfalls werden die islamischen Gelehrten nicht davor zurückschrecken, ihre Meinung über euch bekannt zu geben." Die Geschichte mit den Landes- und Bezirksverbänden wurde zu einer erfolgreichen und wichtigen Erfahrung für das iranische Volk, denn damit stellten sich die charakterlichen und persönlichen Eigenschaften einer Persönlichkeit heraus, die in jeder Hinsicht für die Führung der islamischen Nation geeignet war. Trotz der Niederlage des Schahs in dieser Angelegenheit übten die USA weiter Druck aus, damit die vorgesehnen Reformen fortgesetzt werden. Im Januar 1963 setzte der Schah seine Sechs-Punkte Reform fest und forderte ein Referendum. Nochmals wandte sich Imam Khomeini an die Gelehrten und Rechtsbefugten in Qom. Auf Vorschlag von Imam Khomeini wurde das Neujahrsfest von 1342 (März 1963) aus Protest gegen das Regime boykottiert. In seiner Erklärung sprach Imam Khomeini von der Weißen Revolution als eine Schwarze Revolution. Er enthüllte, dass der Schah in seiner Politik die Ziele der USA und Israels befolgt. Auf der andren Seite hatte der Schah Washington versichert, dass die Iraner für amerikanische Reformen bereit sind. Er hatte diese Reformen Weiße Revolution genannt. Der Widerstand der Gelehrten kam ihn teuer zu stehen. Imam Khomeini prangerte vor Menschenmengen hemmungslos den Schah als Hauptverantwortlichen der Verbrechen und als Verbündeten Israels an. Er rief die Menschen zum Aufstand auf. In seiner Rede am 01.04.1963 (12.01.1342) kritisierte Imam Khomeini sehr scharf das Schweigen der Gelehrten in Qom, in Nadjaf und in anderen islamischen Ländern gegenüber den neuen Verbrechen des Regimes. Er sagte: „Heute bedeutet das Schweigen die Gefolgschaft des despotischen Regimes." Am nächsten Tag veröffentlichte er seine berühmte Schrift mit dem Titel: „Schah-Liebe bedeutet Plünderung". Das Geheimnis des gewaltigen Einflusses von Imams Worten und Botschaften, das seine Anhänger bis zur Selbstopferung vorantrieb, lag in dem reinen Gedankengut, seiner konsequenten Haltung und seiner vollständigen Aufrichtigkeit gegenüber dem Volk. Das Jahr 1342 begann mit dem Boykott der Feierlichkeiten zum Neujahr und färbte sich mit dem Blut der Niedergedrückten in der Feyzijeh. Der Schah bestand auf den von den USA gewünschten Reformen und Imam Khomeini bestand auf Aufklärung des Volkes und auf ihren Aufstand gegen die Einmischungen der Amerikaner und den Verrat des Schahs. Am 03.04.1963 schlug Groß-Ayatollah Hakim aus Nadjaf in Telegrammen an die Gelehrten und Rechtsbefugten in Iran vor, gemeinsam nach Nadjaf auszuwandern. Damit sollten sie ihr Leben und die Würde der Schulen schützen. Ungeachtet der Drohungen schickte Imam Khomeini eine Antwort, in der er betonte, dass eine Gruppen-Auswanderung der Gelehrten und das Verlassen der Schulen nicht vorteilhaft seien. In seiner Botschaft am 02.05.1963 zum 40. Tag der Katastrophe in der Feyzijeh betonte Imam Khomeini die Unterstützung der Gelehrten und des iranischen Volkes bei der Konfrontation der Staatsführer islamischer Länder und arabischer Staaten mit den israelischern Besatzern. Er verurteilte die Abkommen zwischen dem Schah und Israel.


Der Aufstand vom 05.06.1963 (15. Khordad)


Der arabische Monat Moharram entsprach 1342 im Sonnenkalender dem Monat Khordad. Imam Khomeini nutzte die Gelegenheit, um die Menschen gegen das despotische Schah-Regime aufzubringen. Am Nachmittag des Aschura am 13. Khordad 1342 (03.06.1963) hielt er seine historische Rede in der Feyzijeh, die den Anfang für den Aufstand am 15. Khordad (5. Juni) setzte. Bei seiner Rede rief er laut zum Schah: „Ich rate Ihnen, Herr Schah, ich rate Ihnen, lasst ab von solchen Taten. Man hat dich irregeführt. Ich möchte nicht, dass alle Gott danken, wenn eines Tages du abgesetzt wirst ... Wenn man dir was vorlegt und dir befiehlt zu lesen, so sollst du zuerst darüber nachdenken ... Höre meinen Rat! Was für eine Verbindung gibt es zwischen dem Schah und Israel, dass der Geheimdienst nicht erlaubt, über Israel zu reden... Ist denn der Schah ein Israeli?" Der Schah befahl den Aufstand zu zerschlagen. Zunächst wurden viele Anhänger und Gefolgsleute von Imam Khomeini in den Abendstunden des 14. Khordad (04. Juni) festgenommen und um 3 Uhr früh des nächsten Tages umstellten Hunderte Spezialeinheiten das Haus des Imam und verhafteten ihn als er sein Nachtgebet verrichtete. Überstürzt wurde er nach Teheran in die Offiziershaftanstalt gebracht. Am Abend dieses Tages wurde er ins Qassr-Gefängnis verlegt. Am Morgen des 15. Khordad erreichte die Nachricht der Verhaftung Teheran, Maschhad, Schiraz und andere Städte. Überall herrschte eine Situation wie in Qom. Der dem Schah am nahesten stehende Gefolgsmann, General Fardoust, schrieb in seinen Memoiren, dass die besten politischen Berater und Sicherheitsexperten aus den USA zur Unterdrückung des Aufstandes zur Hilfe genommen wurden. Der Schah, sein Hof und Befehlshaber der Armee und des Geheimdienstes SAVAK waren alle verwirrt. Fardoust beschreibt, wie der Schah und seine Generäle wie verrückt den Befehl zur Zerschlagung des Aufstandes ausstellten. Nach 19-tägiger Haft wurde Imam Khomeini vom Qassr-Gefängnis in das Gefängnis in der Eschratabad-Kaserne verlegt. Mit der Verhaftung des Führers des Aufstandes und der barbarischen Massaker an dem Volk am 15. Khordad 1342 (05.06.1963) wurde der Aufstand dem Anschein nach unterdrückt. In der Haft weigerte sich Imam Khomeini tapfer, die Fragen der Beamten zu beantworten; mutig erklärte er, dass er die regierende Staatsmacht im Iran und ihre Judikative als illegal und ohne Zuständigkeit sieht. Am Abend des 18. Farwardin 1343 (07.04.1964) wurde Imam Khomeini unangemeldet aus der Haft entlassen und nach Qom gebracht. Sobald die Menschen diese Nachricht hörten, überkam die ganze Stadt Freude. Für einige Tage wurden an der Feyzijeh-Schule und in der Stadt gefeiert. Am ersten Jahrestag des Aufstandes vom 15. Khordad 1342 hat man dieses Ereignises gedacht, in dem Imam Khomeini und andere Rechtsbefugte in getrennten Erklärungen diesen Tag ehrten und ihn als allgemeinen Trauertag erklärten. Am 4. Aban 1344 (26.10.1965) stellte Imam Khomeini eine revolutionäre Schrift aus, in der es heißt: „Die Welt soll wissen, dass jedes Problem, mit dem das iranische Volk und die muslimischen Völker zu kämpfen haben, seine Ursache in den USA hat. Die islamischen Völker verabscheuen die Fremden und besonders Amerika. Es sind die USA, die Israel und seine Anhänger unterstützen. Es sind die USA, die Israel die Stärke geben, die arabischen Muslime zu vertreiben." Die Enthüllungen Imam Khomeinis gegen das Kapitulationsgesetz stellten den Iran in den Morgenstunden des 13. Aban 1343 (04.11.1964) fast vor einen neuen Aufstand. An diesem Tag umstellten Spezialeinheiten aus Teheran das Haus von Imam Khomeini in Qom. Interessant, dass Imam wieder wie im Jahr zuvor während seines Nachtgebets verhaftet wurde. Er wurde nach Teheran geflogen und von dort aus mit einer Militärmaschine unter Aufsicht von Sicherheitsbeamten direkt nach Ankara weitergeflogen. Am Nachmittag veröffentlichte SAVAK die Nachricht in den Zeitungen, dass Imam Khomeini wegen tätlichen Handelns gegen die Sicherheit des Landes aus dem Land verbannt wurde. Trotz der herrschenden Despotie überrollte das Land eine Protestwelle, die sich in Demonstrationen im Bazar von Teheran, Schließung der theologischen Schulen und Briefen und Unterschriftssammlungen an internationale Organisationen und die Rechtsbefugten zeigte. Der Aufenthalt von Imam Khomeini in der Türkei dauerte elf Monate. In dieser Zeit zerschlug das Schah-Regime auf beispiellose Art die letzten Reste des Widerstands im Iran und führte in Abwesenheit Imams die von Amerika gewünschten Reformen durch. Der Zwangsaufenthalt in der Türkei war aber für Imam Khomeini eine willkommene Gelegenheit, um sein großes Werk „Tahrir Al-Wasileh" zu beginnen.

Imam Khomeini -gegrüßt sei er- wird von der Türkei in den Irak verbannt


Am 05.10.1964 wurde Imam Khomeini mit seinem Sohn Ayatollah Hadj Agha Mustafa von der Türkei zum zweiten Verbannungsort, in den Irak, gebracht. Nach seiner Einreise in Bagdad eilte er zur Pilgerfahrt zu den Grabstätten der heiligen Imame in den Städten Kazemein, Samara und Kerbela; eine Woche später begab er sich zu seinem Bestimmungsort in Nadjaf. Damit begann sein 13-jähriger Aufenthalt in Nadjaf. Während dieser Zeit hat es keine Beschränkungen und direkten Repressalien wie im Iran oder der Türkei gegeben, aber es gab Sticheleien und indirekte Intrigen, die nicht vom offenen Feind kamen, sondern von Personen, die sich als Geistliche ausgaben und sich unter deren Gewand versteckten, im Grunde aber nur materiellen Dingen nachstrebten. Das war derart schwer zu ertragen und beschwerend, dass sich Imam trotz all seiner berühmten Geduld immer wieder über die schwierige Zeit dieser Jahre bitter äußerte. Doch keines dieser Probleme und Schwierigkeiten konnten ihn von seinem Weg, den er wissentlich eingeschlagen hatte, abhalten. Er nahm seine Vorlesungen über Rechtslehre im November 1965 in der Scheich Anssari Moschee in Nadjaf wieder auf, trotz aller Sabotagen und Hindernisse, die ihm in den Weg gelegt wurden. Bis zur Auswanderung nach Paris hielt er diese Vorlesungen. Sein Unterricht gehörte zu den besten an den Schulen in Nadjaf, sowohl vom Inhalt und der Qualität her als auch von der Zahl der besuchenden Studenten. Nach seinem Eintreffen in Nadjaf schickte Imam Briefe und Boten in den Iran, durch die er mit seinen Kampfgenossen in Verbindung blieb und sie bei jedem Anlass zur Standhaftigkeit und Verfolgung der Ziele des Aufstandes vom 5. Juni (15. Khordad) aufrief. Im Exil ließ Imam trotz der ganzen Schwierigkeiten niemals von seinem Kampf ab. Mit seinen Vorträgen und Botschaften hielt er die Hoffnung auf Sieg weiter aufrecht. Bei einem Gespräch mit dem Vertreter der palästinensischen Organisation Al-Fath vom 11.10.1968 erklärte er seine Auffassung und seine Sicht von den Ereignissen der islamischen Welt und dem heiligen Kampf des palästinensischen Volkes. In diesem Interview stellte er eine Fatwa, einen Rechtsspruch, aus, laut dem die Muslime einen Teil ihrer religiösen Zakat-Steuer an palästinensische Kämpfer zahlen sollten. Anfang 1348 (1969) spitzten sich die Konflikte zwischen dem Schah-Regime und der Bath-Partei im Irak zu; Anlass waren die Wassergrenzen zwischen beiden Ländern. Das irakische Regime wies eine große Anzahl von Iranern, die im Irak ansässig waren, auf schlimmste Weise aus. Die Bath-Partei versuchte heftig, die Feindlichkeiten zwischen Imam Khomeini und dem Schah-Regime für sich auszunutzen. Die vierjährige Tätigkeit Imam Khomeinis an den theologischen Schulen in Nadjaf hatten Früchte getragen, das Umfeld hatte sich dort geändert. In diesem Jahr -1968- hatten sich viele Menschen im Irak, im Libanon und anderen islamischen Ländern den unzähligen Kämpfern im Iran angeschlossen; ihr aller Vorbild war die Bewegung, die von Imam Khomeini ins Leben gerufen war.

 

Imam Khomeini -gegrüßt sei er- und die Fortsetzung des Kampfes (1971-1977)


Ab September 1971 spitzen sich die Differenzen zwischen dem Bath-Regime im Irak und dem Schah zu. Viele Iraner wurden aus dem Irak ausgewiesen und waren obdachlos. In einem Schreiben an den irakischen Präsidenten verurteilte Imam Khomeini dieses Vorgehen der Iraker scharf. Aus Protest gegen diese Situation beschloss Imam Khomeini den Irak zu verlassen. Doch die Herrscher in Bagdad, die sich über die Folgen einer solchen Abreise bewusst waren, erlaubten die Ausreise nicht. 1975 (1354) erhoben sich die Studenten an der Feyzijeh Schule in Qom nochmals am Jahrestag des Aufstandes vom 15. Khordad. Die Rufe „Grüße an Khomeini" und „Tod den Pahlawis" dauerte zwei Tage lang. Zuvor waren Untergrundsorganisationen zerschlagen und politische und religiöse Persönlichkeiten verhaftet worden. In seiner religionsfeindlichen Politik änderte der Schah im Februar 1976 die offizielle Zeitrechnung des Landes. Bisher galt die Hidjra, die Auswanderung des Propheten als offizielle Zeitrechnung des Landes, von da an galt der Beginn der Herrschaft der Achamäniden. In einer scharfen Reaktion verbot Imam Khomeini in einer Fatwa den Gebrauch der basislosen königlichen Zeitrechnung. Die Iraner weigerten sich diese Zeitrechnung zu benutzen, wie sie sich auch zuvor erfolgreich geweigert hatten, der Rastakhiz-Partei beizutreten. In beiden Fällen blamierte sich das Schah-Regime; 1979 (1357) war er gezwungen, den königlichen Kalender wieder abzuschaffen.

 

Islamische Revolution nimmt 1977 (1356) Anlauf; Aufstand der Bevölkerung


Imam Khomeini, die Entwicklungen im Iran und auf der Welt genau beobachtend, nutzte die Gelegenheit der Stunde. Im Juli 1977 gab er in einer Botschaft bekannt: „Angesichts der Lage in und außerhalb Irans und der Berichterstattung über die Verbrechen des Regimes in ausländischen Kreisen und Medien ist die Gelegenheit gegeben, dass wissenschaftliche und kulturelle Kreise sowie patriotische Persönlichkeiten, Studenten im In- und Ausland und die islamischen Verbände sich überall unverzüglich erheben." Der Märtyrertod von Ayatollah Hadj Agha Mustafa Khomeini 23.10.1977 (01.08.1356) und die eindrucksvollen Trauerfeierlichkeiten im Iran waren ein Anfangspunkt für einen neuen Aufstand an den theologischen Schulen und der religiösen Gesellschaft im Iran. Schon zu jener Zeit nannte Imam Khomeini erstaunt diese Ereignisse geheime göttliche Unterstützung. Das Schah-Regime revanchierte sich mit einem beleidigenden Artikel in der Zeitung Ettelaat. Der Protest gegen diesen beleidigenden Artikel führte am 09.01.1978 (19.10.1356) zu einem weiteren Aufstand. Dabei wurden einige revolutionäre Theologiestudenten getötet. Trotz dieser Massaker konnte der Schah die aufflammenden Aufstände nicht mehr in den Griff bekommen. Als einziger Weg blieben ihm eine militärische Mobilmachung und eine bewaffnete Niederschlagung, während die USA an einen Militärputsch dachten.


Auswanderung Imam Khomeinis -gegrüßt sei er- vom Irak nach Paris


Bei einem Treffen der Außenminister Irans und Iraks in New York beschloss man, Imam Khomeini aus dem Irak auszuweisen. Am 24.09.1978 (02.07.1357) wurde das Haus von Imam Khomeini in Nadjaf von Soldaten der Bath-Partei umstellt. Auf diese Nachricht reagierten die Muslime im Iran, Irak und anderen Ländern wütend. Am 04.10.1978 (12.07.1357) verließ Imam Khomeini die Stadt Nadjaf in Richtung Kuwait. Die Regierung in Kuwait verhinderte auf Anweisung des Schah-Regimes im Iran die Einreise von Imam Khomeini. Zuvor war die Rede von einer Ausreise in den Libanon oder nach Syrien. Doch nach Beratungen mit seinem Sohn (Hodjatol-Islam Hadj Seyyed Ahmad Khomeini) entschied sich Imam für Paris. Am 6. Oktober traf Imam Khomeini in Paris ein. Zwei Tage später fand Imam Khomeini Unterkunft im Haus eines Iraners in Neauphle Le´ Chateau (in einer Pariser Vorstadt). Die Beamten im Ellysee richteten Imam den Wunsch des französischen Präsidenten aus, er solle alle politischen Aktivitäten meiden. Der Imam betonte in einer scharfen Reaktion, dass derartige Einschränkungen im Gegensatz zu den Demokratie-Behauptungen seien. Wenn er gezwungen sei, werde er von einem Flughafen zum anderen und von einem Land zum anderen reisen, aber er werde nicht von seinen Zielen ablassen. Im Januar 1979 rief Imam den Revolutionsrat ins Leben. Der Schah flüchtete am 16.01.1979 (26.10.1357) aus dem Land, nachdem er den königlichen Rat einberufen und für das Kabinett von Bakhtijar ein Vertrauensvotum eingeholt hatte. Die Nachricht verbreitete sich in Teheran und im ganzen Land, die Massen feierten auf den Straßen.

 

Die Rückkehr von Imam Khomeini -gegrüßt sei er- nach 14 Jahren Exil


Mitte Januar (Mitte des Monats Bahman) verbreitete sich die Nachricht von der Rückkehr Imam Khomeinis. Jeder, der die Nachricht hörte, weinte Tränen der Freude. Das Volk hatte vierzehn Jahre auf diese Nachricht gewartet. Gleichzeitig waren aber Bevölkerung und Freunde besorgt, denn das Marionettenregime des Schahs war noch an der Macht und noch bestand der Ausnahmezustand. Aber Imam Khomeini hatte sich entschieden. In seinen Botschaften an die Iraner hatte er verkündet, dass er in diesen schicksalhaften Tagen neben seinem Volk bleiben möchte. Die Regierung von Bakhtijar hatte mit Hilfe von General Huyser die Flughäfen für ausländische Flüge gesperrt. Doch nach einigen Tagen war Bakhtijar letztlich gezwungen, sich dem Willen des Volkes zu beugen. Imam Khomeini traf schließlich in den frühen Morgenstunden des 01.02.1379 (12.11.1357) nach vierzehnjährigem Exil im Land ein. Der Empfang war beispiellos, stürmisch und unzweifelhaft, so dass westliche Nachrichtenagenturen ihn eingestanden. Man schätzt, dass zwischen vier bis sechs Millionen Menschen an diesem prachtvollen Empfang beteiligt waren.

 

 Dahinscheiden Imam Khomeinis- gegrüßt sei er- vor den Herrn treten, sich von Gefährten verabschieden


Imam Khomeini hatte alles, was er zu seinen Zielenund Idealen sagen musste, weitergegeben. Auch in der Tat setzte er sich für diese Ideale ein. Anfang Juni 1989 war die Zeit gekommen, sich auf eine Reise zu begeben, auf die er sich sein ganzes Leben vorbereitet hatte. Er hatte sich vor keiner Macht gebeugt, außer vor seinem Herren; er hatte für nichts geweint außer für seinen Herren. Seine mystischen Gedichte zeugen von dem Schmerz der Trennung und der Sehnsucht nach dem Herrn. Dieser für ihn glorreiche, für seine Gefährten und Anhänger aber schmerzvolle Augenblick nahte. Er selbst schreibt in seinem Testament: „Mit ruhigem Herzen, sicherem Gemüt, fröhlicher Seele und hoffnungsvollem Geist trenne ich mich so Gott will von meinen Brüdern und Schwestern und begebe mich auf den Weg zur ewigen Bleibe. Ich brauche eure wohlwollenden Gebete und bitte den Allmächtigen und Barmherzigen, mir meine Schuld in seinem Dienste und meiner Verantwortung zu erlassen und zu vergeben. Ich hoffe, dass auch das Volk mir meine Unzulänglichkeiten im Dienste vergibt und dass es seine Verantwortung machtvoll und entschlossen weiterhin wahrnimmt." Es ist erstaunlich, dass Imam Khomeini Jahre vor seinem Dahinscheiden in einem seiner Gedichte schreibt: „Die Sehnsucht nach Anschluss erwarte ich ab Mitte Khordad (Anfang Juni) - es vergehen Jahre, die Vorfälle ereignen sich."
Um 22.30 Uhr des 03.06.1989 (13.03.1368) war die Zeit gekommen, um vor den Herrn zu treten. Ein Herz blieb stehen, das Millionen andere Herzen zum Lichte Gottes und zur Spiritualität geführt hatte. Eine versteckte Kamera, die von den Gefährten des Imam im Krankenhaus installiert war, zeichnete die Tage der Krankheit und die Operation und den Zeitpunkt des Ablebens auf. Als Ausschnitte der spirituellen Momente des Imam im Fernsehen ausgestrahlt wurden, überkam die Herzen eine Wehmut, die nicht nachzuempfinden ist, wenn man es selbst nicht miterlebt hat. Die Lippen beteten unaufhörlich zu Gott. In der letzten Nacht und nach einigen langen und schwierigen Operationen, die er im Alter von 87 Jahren über sich ergehen ließ, sprach er sein Abendgebet und las aus dem Koran. Einige Infusionsschläuche hingen an seinen Armen. Die letzten Stunden waren erfüllt von einer himmlischen Ruhe. Er gelobte immer wieder die Einheit Gottes und die Prophetenpflicht von Mohammad -gegrüßt sei er- und in einer solchen Atmosphäre ging sein Geist ins Jenseits über. Als die Nachricht veröffentlicht wurde, schien ein Erdbeben geschehen zu sein. Tränen brachen aus und in ganz Iran und überall auf der Welt, wo man den Namen und die Botschaft Imam Khomeinis kannte, weinte man und trauerte um ihn. Keine Feder und keine Worte können die Dimensionen dieses Ereignisses und die unkontrollierbaren Gefühle des Volkes in jenen Tagen zum Ausdruck bringen. Das muslimische und revolutionäre Volk Irans trauerte mit Recht so innig, denn die Geschichte kann keine andere Person mit diesen Eigenschaften aufweisen. Die Menschen hatten jemanden verloren, der ihnen ihre unterdrückte Ehre wiedergegeben hatte, der die despotischen Könige von ihrem Land vertrieben und die Ausbeutungen der amerikanischen und westlichen Plünderer verhindert hatte, der den Islam wiederbelebt, die Muslime wieder zu Ehren gebracht, die Islamische Republik ins Leben gerufen, sich den satanischen Mächten auf der Welt gegenüber gestellt und zehn Jahre lang gegen die Hunderte von Intrigen und Verschwörungen zum Umsturz, zur Unruhestiftung und Zwietracht Stand gehalten hatte; der acht Jahre lang einen Verteidigungskrieg angeführt hatte, der von einem Feind angezettelt war, der von Großmächten im Osten und Westen uneingeschränkt unterstützt wurde. Das Volk hatte seinen geliebten Führer und seinen religiösen Rechtsbefugten und den Herold des wahren Islam verloren. Manche mögen diese Situation begreifen können; nicht verstehen, wie sich die Menschen bei der Beerdigung des Imam verhalten; warum Dutzende Personen die Trauer nicht ertragen und selbst an Herzstillstand gestorben sind; warum bei der Beerdigung Menschen in Ohnmacht gefallen sind und die Menge auf Armen an Sanitäter weiterreichen musste; es kann sein, dass sie die Bilder bei den Dokumentationen nicht begreifen und verstehen können. Aber jene, die die Liebe kennen und erfahren haben, sie verstehen es nur zu gut. Die iranische Nation liebte innig Imam Khomeini. An seinem Todestag rief man trefflich: Die Liebe zu Imam Khomeini ist die Liebe zu allem Guten. Am 04.06.1989 (14.03.1368) wurde der Expertenrat einberufen; Ayatollah Khamenei verlas das Testament von Imam Khomeini, was zweieinhalb Stunden dauerte. Die Debatte um den Nachfolger von Imam Khomeini und Führung der Islamischen Revolution begann. Schließlich wurde nach stundenlangen Diskussionen Ayatollah Khamenei, zu dieser Zeit Präsident des Landes, selbst ein Schüler Imam Khomeinis -Friede sei mit ihm- eine schillernde Persönlichkeit und Gefährte des Imam beim Aufstand vom 15. Khordad, der ihm in allen Höhen und Tiefen zur Seite stand und dabei sich opferte und eine Körperbehinderung erlitt, einstimmig für dieses verantwortungsvolle Amt gewählt. Die Westler und ihre Handlanger im Land hatten schon seit Jahren die Hoffnung verloren, den Imam unterwerfen zu können. So trösteten sie sich auf die Zeit nach Imam. Doch die Wachsamkeit des iranischen Volkes und die schnelle und treffende Wahl des Expertenrates sowie die Unterstützung der Kinder und der Anhänger Imams haben alle Hoffnungen der Revolutionsgegner zunichte gemacht. Der Tod von Imam Khomeini war nicht das Ende, eher begann nun erst recht die Ära von Imam Khomeini auf einer noch breiteren Ebene. Können denn das Gedankengut, die Güte, die Spiritualität und die Wahrheit sterben? Am Tag und in der Nacht des 05.06.1989 (15.03.1368) versammelten sich Millionen Trauernde aus Teheran und aus allen Städten und Dörfern des Landes im großen Mosalla (Gebetsort) von Teheran, um Abschied zu nehmen, von einem Mann, der mit seiner gebeugten Gestalt die Werte und Würde der Menschen in einem dunklen Zeitalter wieder zum Leben erwecken ließ und der auf der Welt eine neue Bewegung der Gottesfurcht und Rückkehr zur menschlichen Natur schuf. Es war keine der kühlen und üblichen Trauerfeiern. Alles war unkonventionell, alle gaben mit Liebe ihr Äußerstes. Auf einer Anhöhe lag die reine und in Grün gehüllte Gestalt Imam Khomeinis umringt von Millionen trauernden Menschen. Alle sprachen in ihrer eigenen Sprache mit dem Imam und weinten. Die Autobahnen und Straßen, die zur Mosalla führten, waren von Menschen in Trauerkleidung gefüllt. Überall wehten Fahnen der Trauer. Aus allen Gebäuden, staatlichen Ämtern, Moscheen und Wohnhäusern erklangen Koranrezitationen. Als die Nacht hereinbrach, wurden tausende Kerzen auf dem Mosalla-Gelände und umliegenden Hügeln in seinem Gedenken angezündet. Trauernde Familien saßen um die Kerzen und weinten. Sie richteten ihre Blicke gen Himmel. Bassidj-Mitglieder riefen Imam Hussein an und fühlten sich als Waisen. Es war eine unbeschreibliche Atmosphäre. Sie konnten das Gefühl nicht ertragen, dass sie die wohlwollende Stimme des Imam nie mehr in der Djamaran-Moschee hören werden. Die Menschenmassen harrten bis zum Morgen beim Imam. In den ersten Morgenstunden des 16. Khordad verrichteten Millionen Iraner hinter dem Vorbeter Groß-Ayatollah Golpajegani -gegrüßt sei er- mit tränenden Augen das Totengebet. Die Menschenzahl und die Pracht der Trauerfeier ließen an den 12. Bahman 1357 (01.02.1979) erinnern, an dem Imam Khomeini in die Heimat zurückkehrte. Diese Trauerfeier übertraf sogar diesen Tag; ein erstaunlicher Tag in der Geschichte. Offizielle Nachrichtenagenturen schätzten die Zahl der Menschen 1979 etwa sechs Millionen Menschen. 1989 schätzte man etwa 9 Millionen Teilnehmer, obwohl in den vergangenen 11 Jahren unter Imam Khomeini auf Grund der Feindseligkeiten der Länder im Osten und Westen gegen die Revolution und acht Jahren auferlegten Krieges sowie Dutzende weiterer Verschwörungen das iranische Volk viele Schwierigkeiten zu bekämpfen und viele Probleme zu beseitigen hatte und viel Leid erdulden musste, wobei zahlreiche Menschen ihr Leben verloren haben. Es wäre nur natürlich gewesen, dass sie frustriert und zermürbt gewesen wären. Aber dem war nicht so. Die Generation, die die göttliche Lehre von Imam Khomeini genossen hatte, glaubte fest an diese Worte Imams: „Die Größe und Geduld bei Problemen, Schwierigkeiten, Opferbereitschaft und Entbehrungen entsprechen auf der Welt der Größe des Zieles und seines Wertes und Ranges." Die Beerdigung konnte wegen der Gefühle der Trauernden nicht stattfinden. Vom Rundfunk wurde immer wieder erklärt, dass die Beerdigung später stattfinden wird und dass der Zeitpunkt später bekannt gegeben wird. Die Menschen sollten in ihre Häuser zurückkehren. Die Verantwortlichen zweifelten nicht daran, dass weitere Hunderttausende, die sich aus ganz Iran auf den Weg gemacht hatten, sich den Trauernden anschließen werden. Daher werde Imam Khomeini am gleichen Tag trotz aller Schwierigkeiten und Strapazen, begleitet von den Gefühlen der Trauernden beigesetzt. Ein Teil der Zeremonie wurde den Reportern der Welt zugänglich gemacht. Damit sorgten auch das Ableben Imam Khomeinis sowie auch sein Leben für eine neuerliche Erwachung und Bewegung und verewigten sein Gedenken und seine Ideale, denn er war die Wahrheit und die Wahrheit wird immer leben und ist unzerstörbar.

 

 

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